KILIMANJARO - Oktober 2003

 

 

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Schon beim ersten Blick im Anflug auf Mombasa lockt das Dach Afrikas, der Kilimanjaro zu einer Besteigung. Nur eine Eiskrone von knapp 100 Metern und gut zu übersehen: unter diesen Bedingungen müsste es auch für einen Nicht-Alpinisten wie mich zu schaffen sein. In Marangu werden wir in das einfache, blumenumrankte Babylon Lodge einquartiert.

 

 

Was der Tourist braucht, was die Besteigung bequemer macht, tragen die Träger: Schlafsack, Proviantkiste, Kocher, Wasserkanister, Töpfe, Porzellangeschirr, karierte Tischdecken zum Frühstück, zum Dinner, zum Lunch, alles wird 4000 Meter für jeden Gast hinauf und wieder hinunter getragen. Die drei Hütten Mandara, Horombo, und Kibo bleiben von festen Einrichtungsgegenständen wie Pritschen, Bänken und Tischen entblößt. Wie in einem Schildbürgerstreich werden die übrigen Gebrauchsgegenstände wöchentlich antransportiert.

 

 

Am nächsten Morgen lernen wir unsere Führer und vielen Träger kennen. Von nun an müssen wir uns um nichts mehr kümmern. Verpflegung, Transport des Gepäcks, Unterkunft, alles ist organisiert. Nur laufen müssen wir selber, den kleinen Rucksack mit persönlichem Gepäck auf den Schultern. Mandara, früher Bismarck-Hütte genannt, ist das Ziel des ersten Tages. Sie liegt auf 2750m, umgeben von tropischem Bergwald, Baumriesen, die dicht mit meterlangen Schleiern von Schmarotzerpflanzen behängt sind. Es ist feucht und neblig, vom Gipfel ist noch nichts zu sehen. Am nächsten Morgen verlassen wir den Wald, gehen durch Gras- und Hochmoorland hinauf zur Horombo, ehemals Peter-Hütte.
 

 

Der Kilimanjaro ist ein relativ junges Gebirge, 750 000 Jahre alt. Vor 500 000 Jahren brach der Vulkan aus, türmte die Lava übereinander und wuchs stetig zur heutigen Höhe von 5896 Metern. Vor 100 000 Jahren geschah der letzte nennenswerte Ausbruch, seitdem ist der Gipfel mit Eis bedeckt. Das Abendessen ist ganz ausgezeichnet. Es gibt Gemüsesuppe, Leber mit Kartoffeln, Nudeln, Kraut, Karotten, Brot, Butter Bananen und Tee, alles frisch zubereitet. Inzwischen sind wir 1000 Meter höher und 14 Kilometer weiter dem Gipfel näher gestiegen. Der erste Erforscher des Kilimanjaro, der Leipziger Geograph Hans Meyer konnte den Gipfel erst in seinem dritten Versuch, 1889 bezwingen, und zwar mit dem besten Bergsteiger seiner Zeit, dem Österreicher Ludwig Purtscheller.

 

 

Die Kibo-Hütte liegt über der Vegetationsgrenze, 4700m hoch, nur noch Geröll, Staub und Steine, die letzte Wasserstelle eine Wegstunde zurück. Die Hütte ist im Gegensatz zu den Holz-Bungalows von Mandara und Horombo aus Stein mit großen Schlafsälen und Stockbetten. Trotz Minusgraden und ohne Heizung ist es hier wärmer zum Übernachten. Um ein Uhr geht es los im Mondlicht, Schritt für Schritt, den steilen Anstieg zum Gillman`s Point am Kraterrand. Mit dieser Höhe, 5680 Meter, begnügen sich die meisten Kibobesteiger. Unser Führer fragt vorsichtig an, wie wir uns fühlen. Ich klage über Kopfschmerzen, fühle mich aber sonst fit und möchte weiter gehen, denn es ist Ehrensache bis zum höchsten Punkt, dem Uhuru Peak, zu gehen.

 

 

Wir sind noch zeitig unterwegs, die Sonne ist noch nicht aufgegangen, nur die eisige Kälte und der stürmische Wind machen uns zu schaffen. Es sind mindestens 25 Grad minus. Sehr bald erreichen wir die ersten Schneefelder, jetzt sind es nur noch etwa 100 Höhenmeter bis zum Gipfel. Die letzten Kräfte werden mobilisiert, der nahe Gipfel lockt. Die Kaiser-Wilhelm-Spitze, von Hans Meyer so getauft, wurde am ersten Jahrestag der Unabhängigkeit Tansanias, am 9. Dezember 1962, in Uhuru Peak Freiheitsspitze umbenannt.
 

 

Am Gipfel, einer flachen Kuppel aus Eis und Schnee geht die Sonne auf und wärmt unsere steifen Glieder. In 5 Stunden haben wir den letzten Anstieg bewältigt. 2 Stunden benötigen wir für den Abstieg. Vom Gillman`s Point kann man den Geröllhang im Laufschritt hinunterrutschen. An der Kibo-Hütte wird unsere Rückkehr mit "Hallo" begrüßt. Doch noch war das Tagesprogramm nicht bewältigt. Nach einer Pause geht es weiter zur Horombohütte. Zirka 34 Kilometer hatten wir schließlich am späten Nachmittag in den Beinen.


Mit dem Glücksgefühl, den Gipfel in der Tasche zu haben, erreichen wir das Eingangstor am Kilimanjaro-Nationalpark.
Geschafft, es warten neue Ziele auf uns!

 

 

REISEPROGRAMM

 

1. Tag: Zürich - Mombasa
 

 

2. Tag: Mombasa - Marangu
Wir verlassen Mombasa und fahren mit dem Bus nach Tansania. Auf der abenteuerlichen Fahrt über die Sandpisten sehen wir schon die ersten Wildtiere Afrikas. Entlang riesiger Sisal- und Bananenplantagen erreichen wir am Nachmittag Marangu. Rund um das Hotel bietet sich eine vielfältige Pflanzenwelt zum Auskundschaften und Fotografieren an.

 

3. Tag: Marangu, 1600 m - Mandara-Hütte, 2750 m
Am Gate erwarten uns Führer und Träger, die uns während unseres grossen Erlebnisses begleiten werden. Der Weg durchquert grösstenteils den Urwald-Gürtel, der den Kilimandscharo lückenlos umgibt. Wir befinden uns in einer uns unbekannten Wildnis,gefangen vom Gekreische der Affen in den Baumwipfeln und der farbenprächtigen Vogelwelt.Nach etwa drei Stunden erreichen wir die Mandara-Hütte.

 

 

4. Tag: Mandara-Hütte - Horombo Hütte, 3718 m
Durch den interessanten Regenwald setzen wir unseren Aufstieg fort. Abrupt wechselt die Landschaft ihr Gesicht: Ginsterbäume und Erikabüsche säumen den Weg. Wir erreichen allmählich die offenen Hänge mit ihrer grossartigen Vegetation. Der Weg windet sich angenehm durch das hohe Steppengras bergwärts. Langsam öffnet sich der Blick auf den Kilimandscharo, bevor wir nach etwa fünf Stunden die Horombo-Hütte erreichen.

 

5. Tag: Horombo-Hütte
Heute steigen wir gemütlich bis auf eine Höhe von gut 4400 m und geniessen den Blick auf die Steppe. Dieser Tag soll besonders helfen, uns an den Höhenunterschied der folgenden Tage zu gewöhnen. Übernachtung wieder in der herrlich gelegenen, von Senezien umgebenen Horombo-Hütte.

 

 

6. Tag: Horombo-Hütte - Kibo-Hütte, 4703 m
Vorerst führt der Weg an den aussergewöhnlichen Senezien vorbei. Oberhalb der letzten Wasserstelle verändert sich die üppige Vegetation in eine öde Vulkanlandschaft. Vor uns erhebt sich der Kilimandscharo mit seinen weissen Gletschern und hinter uns ragen die bizarren Felszacken des Mawenzi in den Himmel. Weil wir uns bereits über 4000 m befinden, durchqueren wir sehr gemächlich die von Lavasteinen übersäte Wüste und wir erreichen nach etwa 5 Stunden die Kibo-Hütte.

 

7. Tag: Kibo-Hütte - Uhuru Peak - Horombo-Hütte
Heute ist der entscheidende Tag; er beginnt bereits in den ersten Morgenstunden. In gleichmässigem Gang steigen wir durch die Dunkelheit unserem Ziel näher und erreichen bald die Hans-Meyer-Höhle. Der Weg wird nun steiler und ist mit Vulkanasche und Lavagestein übersät, sodass wir nur langsam vorankommen. Niemand spricht, jeder ist in seine eigenen Gedanken versunken. Kurz vor Tagesanbruch erreichen wir den Gilman’s-Point (5715 m) und wir bewundern das faszinierende Naturschauspiel. Im Osten verfärbt sich der Himmel, bis endlich der oberste Rand der roten Sonne sichtbar wird. Ihre Strahlen verleihen der Vulkanlandschaft einen märchenhaften Schleier. Über den Kraterrand steigen wir weiter bis zum Uhuru-Peak, 5895 m,und wir geniessen den grossartigen Augenblick: Wir sind auf dem Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas.
Abstieg bis zur Horombo-Hütte.

 

 

8. Tag: Horombo-Hütte - Marangu
Wir gehen auf dem gleichen Weg zurück und erreichen gegen Mittag Marangu. Mit unseren Führern und Trägern besuchen wir noch die Kirche von Marangu. Der afrikanische Pfarrer war mit uns schon einmal auf dem Kili. Eindrücklich sind die Lieder der Dschaggas in der Kirche. Am Abend geniessen wir bei unserem Trägerfest unseren Gipfelerfolg in vollen Zügen.

 

9. Tag: Marangu - Ngorongoro-Krater
Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück zurück in der Zivilisation, verlassen wir Marangu. In Arusha besteigen wir unsere Safarifahrzeuge, die uns zum «achten Weltwunder» dem Ngorongoro-Krater, führen. Der Blick vom 2500 m hohen Kraterrand auf den 18 km Durchmesser und 600 m tiefen Kraterboden ist überwältigend.
Übernachtung in einer Lodge am Kraterrand.

 

 

10. Tag: Safari im Ngorongoro-Krater
Der Ngorongoro-Krater beherbergt auf kleinstem Raum die grösste verschiedenartigste Anzahl Tiere auf dieser Welt. Wir haben den ganzen Tag Zeit, die einzigartige Tierwelt im Krater zu beobachten. Die ungewöhnlich kurzen Fluchtdistanzen der Tiere erlauben es uns, die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten und zu fotografieren. Am späteren Nachmittag Weiterfahrt zum Tarangire Park.Übernachtung im Tarangire Safari-Camp.

 

11. Tag: Safari Tarangire Nationalpark
Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück besteigen wir unsere Safarifahrzeuge, und die Pirschfahrt im charaktervollen Tarangire-Park kann beginnen. Der Park mit den phänomenalen Baobab-Bäumen beherbergt zeitweise die grössten Elefantenherden in Afrika.
Am Abend geniessen wir das Zeltcamp und die Lagerfeuerromantik.

 

 

12. Tag: Safari Tarangire - Arusha - Mombasa
Die letzte Frühpirsch führt uns noch einmal durch den Park, bevor es nach Arusha geht. Am Nachmittag werden wir von unseren beiden Privatflugzeugen abgeholt, die uns nach Mombasa zurückfliegen.

 

13. - 15. Tag: Baden, Chale Paradise Insel
Die Insel ist ein reiner Naturpark. Verschiedene Affen, Dik-Dik, Schmetterlinge und tropische Vögel können entdeckt werden. Saisonal können auch Wale und Delfine beobachtet werden. Das glasklare Wasser bietet eine herrliche Unterwasserwelt und auf spontanen Schnorchelausflügen gibt es nochmals eine neue Welt zu entdecken.
 
 

 

16. Tag: Transfer Mombasa - Zürich
 

 

 

USEFUL WEBSITES

www.aktivferien.com/

www.glaralpin.ch