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VIENTIANE

Das kann nicht unser VIP-Bus sein, denken wir, als einer der zahlreichen Ticketkontrolleure uns am Busbahnhof zu einem alten, rostigen Bus mit Ziel Vientiane führt. Auf dem Foto sah der ganz anders aus. Doch: Welcome back in Asia - Nichts ist so, wie es angepriesen wird :-). Uns bleibt nichts anderes übrig, als die kaputten Sitzplätze im pseudo-VIP-Bus einzunehmen und uns auf eine lange, anstrengende Fahrt gefasst zu machen. Aber etwas erstaunt uns: Der Bus fährt auf die Minute genau los. Wir sind beeindruckt, leider jedoch nicht lange. Bei dem Tempo, mit dem sich der Bus die Hügel hinter Luang Prabang hinaufzwängt, würde es uns nicht erstaunen, von Fahrradfahrern überholt zu werden. Und spätestens als wir merken, dass wir noch die einzigen westlichen Personen in diesem Bus sind, wissen wir, dass wir wieder einmal zu leichtgläubig waren und nicht mehr auf schöne Fotos von Bussen vertrauen sollten. Am Spätnachmittag steigt wenigstens das Ehepaar hinter uns aus, und wir müssen uns nicht mehr vom Hahn, den sie die ganze Zeit im Arm halten, beobachtet und bedroht fühlen. Und irgendwann, als es schon wieder dunkel ist, sehen wir die ersten Lichter von Vientiane und wünschen uns nur noch eine Dusche, ein schönes, sauberes Bett und etwas Feines zu essen. Vientiane selber stellt sich als eher unspektakulär heraus, dennoch fühlen wir uns sehr wohl. Vor allem die kleinen Essstände und provisorisch eingerichteten Chill Out Restaurants entlang der Mekongpromenade haben es uns angetan. Stundenlang liegen wir auf den Matten, essen frischen Mekongfisch und geniessen wieder einmal wunderschöne Sonnenuntergänge. 
 

 

PAKSE

Der VIP-Nachtbus von Vientiane in den Süden stellt sich denn auch wirklich als VIP heraus und fast ausgeschlafen erreichen wir frühmorgens Pakse. Mittlerweile haben wir den 24. Dezember und wir beschliessen, nicht in Pakse zu bleiben, sondern Weihnachten romantisch auf dem Bolaven Plateau, am Tad Lo Wasserfall, zu feiern.

 

TAD LO

Der Chauffeur des kleinen rostigen Überlandbusses lädt uns nach 2 Stunden Fahrt mitten auf der Strasse ab und zeigt auf eine schmale Strasse, die wir 2km bis zum Wasserfall entlang gehen sollen. Wir haben keine andere Wahl und marschieren los. Nach einer halben Stunde Marsch während  brütender Sommerhitze erreichen wir ein kleines Dorf und weiter hinten dann endlich den Wasserfall. Irgendwie haben wir uns alles spektakulärer vorgestellt. Neben ein paar Holzbungalows, direkt am Wasserfall gebaut, finden wir noch 2 Restaurants und eine Handvoll westlicher Touristen, die sich ebenfalls hierher verirrt haben. Romantische Weihnachten werden es leider auch nicht. Unser Bungalow, genau unterhalb des tosenden Wasserfalles, ist ziemlich spartanisch eingerichtet und der Lärm des hinunterpreschenden Wassers lässt kein Gespräch in normaler Lautstärke zu. Am Abend kämpfen wir uns mit Taschenlampen bewaffnet durch den Wald zum Restaurant, bringen dem jungen Kellner einige englische Worte bei und fallen bereits um 21 Uhr in einen unruhigen Schlaf, begleitet vom nie endenden Lärm des Tad Lo. Eine Nacht in dieser Abgeschiedenheit reicht uns, und wir freuen uns auf das Stadtleben von Pakse.

 

PAKSE

Obwohl Pakse nichts Aussergewöhnliches bietet, ausser idealer Verkehrsknotenpunkt im Süden zu sein, schliessen wir die Kleinstadt sofort in unser Herz. Vielleicht liegt es auch am wundervollen Hotel Pakse, dem sauberen schönen Zimmer und der gemütlichen Dachterrasse mit Blick über ganz Pakse? Auf jeden Fall verbringen wir viel Zeit auf der Terrasse, essen unser Lieblingsgericht Laab und planen die Weiterreise.

www.hotelpakse.com

 

 

 

DON KHON

Per Bus und Boot fahren wir an den südlichsten Punkt von Laos, dort wo der Mekong sich in unzählige Arme teilt und die viel gepriesenen 4000 islands bildet. Wir entscheiden uns für Don Khon, die weniger touristische der beiden bewohnbaren Inseln. Ein winziges Boot, gerade gross genug für den Fahrer, uns zwei sowie das Gepäck, bringt uns nach einer wunderschönen Fahrt vorbei an kleinen Palmeninseln und Bambushäusern auf Stelzen nach Don Khon. In der Hoffnung, wenn wir das teuerste Bungalow nehmen, auch das beste zu erhalten, quartieren wir uns in der für dortige Verhältnisse teuren Auberge Sala Don Khone ein. Dafür lässt der Besitzer den Generator auch von 18-22 Uhr laufen, damit wir wenigstens ein wenig Licht am Abend haben. Da es auf Don Khon weder Autos noch Motorräder gibt, mieten wir zwei alte Fahrräder und erkundigen die kleine palmenüberzogene Insel. Ein einziger, kleiner Sandweg führt rund um die Insel, und nach 40 Minuten sind wir auch schon wieder am Ausgangspunkt angelangt. Leider stellt sich die Insel für uns dennoch nicht als kleines Paradies heraus. Als wir uns nach der Endeckungsreise fürs Abendessen frisch machen wollen, erspähen wir im Badezimmer Lavabo einen Skorpion! Nach dem ersten Schreck und nicht sehr erfahren im Umfang mit solchen Tieren, rufen wir den Besitzer. Für diesen scheint dies jedoch nichts aussergewöhnliches zu sein. Gelassen schlägt er den Skorpion mit seinem Schuh tot und spült ihn die Toilette hinunter. Für uns jedoch ist der Aufenthalt auf dieser kleinen paradiesischen Insel gelaufen. Da Mirjam einmal gehört hat, dass Skorpione immer zu zweit unterwegs sind, wir aber trotz intensiver Suche mit Taschenlampe keinen Partner finden, verbringen wir, gut abgesichert durch das Moskitonetz, eine unruhige Nacht. Kaum erhellt sich der Himmel am nächsten Morgen, packen wir unsere Sachen und suchen ein Boot, welches uns zurück zum Festland bringt. Nach einer langen Rückreise nach Pakse (leider geht der Bus, der uns am Ufer des Festlandes abholen soll, kaputt und als Ersatz rollt ein Pick Up an), verbringen wir eine schöne erholsame Nacht in unserem Lieblingshotel Pakse.

 

 

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