PERU - September / Oktober 2005

 

 

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Kochrezepte

 

CUZCO

Nach einem kurzen Flug von Lima landen wir an einem strahlenden Septembermorgen 2005 in Cuzco, einer der schönsten peruanischen Städte, auf 3326 m ü m. Neben dem einzigen Gepäckrollband des kleinen Flughafens hat sich eine Gruppe Panflötenspieler aufgestellt – traditionell gekleidet in farbenfrohen Ponchos heissen sie uns mit ihren fröhlichen Rhythmen in Peru willkommen – die selbstproduzierte CD prominent platziert. Doch wir fühlen uns durch ihre Fröhlichkeit angesteckt und beschliessen, dass es uns hier gefällt (nicht wissend, dass noch viele Panflötenbands in Peru auf uns warten, so dass wir manchmal an die Grenzen unserer Geduld stossen...). Vor dem Flughafen nehmen wir ein Taxi und lassen uns ins Künstlerviertel San Blas fahren. Enge, mit Pflastersteinen geschaffene Gässchen, versteckte kleine Restaurants und Bars, Galerien und Guesthouses mit wunderschönen Innenhöfen prägen das Bild von San Blas – und die Touristenbusse verirren sich höchstens während des Tages hier hinauf. Wir verbringen einige Tage in Cuzco, vertreiben uns die Zeit in den Balkoncafés auf der Plaza de Armas und beobachten das Leben auf der Strasse: Die eifrigen Angestellten der Restaurants, die manchmal zu Dritt den überforderten Touristen die Menukarten unter die Augen halten, um sie für ihr Restaurant zu gewinnen oder die nimmermüden Postkartenverkäufer. Unsere einzige Anstrengung besteht darin zu überlegen, welche peruanische Spezialitäten wir als nächstes probieren wollen.

 

 

Unser Versuch, 2 Zugtickets nach Machu Picchu direkt am Bahnhof von Cuzco zu kaufen, scheitert. Wir stehen 2 1/2 Stunden an, ohne dass sich die Warteschlange verkleinert. Denn die Reisebüroagenten dürfen vordrängeln und fast alle Sitzplätze für ihre Gruppen reservieren, so dass für individuell Reisende erst Plätze in 10 Tagen frei werden. Wir lassen uns daher von der überaus geschäftigen Sofia ansprechen. Sie kann uns für den übernächsten Tag 2 Tickets nach Machu Picchu organisieren?! Unsere letzten Zweifel verfliegen, als sie ihre Kollegin bei Perurail anruft, sich alles bestätigen lässt und uns eine einwandfreie Quittung ausstellt. Leider erscheint Sofia am nächsten Tag nicht zum verabredeten Zeitpunkt zur Ticketübergabe. Erst eine Stunde später taucht sie gestresst ohne Tickets auf, mit dem Versprechen, dass wir diese in einer weiteren Stunde abholen können. Nach Ablauf der Stunde ist jedoch die Kollegin mit den Tickets immer noch nicht hier - Sofia und wir haben den freundlichen Umgangston schon lange gewechselt. Nach etlichen Telefonanten bringt sie uns in einen kleinen Raum, wo, wir können es nicht glauben, die Kollegin mit den Tickets sitzt. Das Ende wäre zu perfekt, wenn mit den Tickets alles in Ordnung gewesen wäre. Gemäss Sofia ist der Zug von Cuzco nach Machu Picchu für die nächsten Tage ausgebucht J - so dass wir für die halbe Strecke nach Ollantaytambo mit dem Bus fahren und dann auf den Zug wechseln. Froh, überhaupt Tickets zu haben, freuen wir uns auf die kommenden Tage in Machu Picchu und lachen darüber, dass wir wieder einmal zu gutgläubig waren.

  

 

MACHU PICCHU

Im Nachhinein stellt sich die Variante Bus und Zug nach Machu Picchu als Vorteil heraus. Denn 4 Stunden im Schneckentempozug durch eine Landschaft, von der wir uns mehr erhofft haben, und inmitten Horden von Reisegruppen, hätten unsere Nerven strapaziert. 2 Stunden im Abteil mit 40 französischen Touristen und ihrem Reiseführer genügen vollends. Wir sind froh, in Aguas Calientes, neuerdings Machu Picchu Town genannt, anzukommen. Wie in Cuzco, fühlen wir uns in diesem kleinen Dorf, in dem jedes zweite Gebäude eine Pizzeria, ein Internetshop oder ein Money Change ist, sogleich wohl. Wir verbringen den Rest des Tages damit, an der Sonne zu sitzen und zu entscheiden, in welchem der unzähligen Restaurants wir zu Abend essen wollen.

 

 

Zusammen mit ca. 50 anderen schlauen Touristen nehmen wir am nächsten Morgen um 05.30 Uhr die ersten Busse zum Eingang des Machu Picchu. Wir sind fasziniert und beeindruckt von Perus wertvollster Sehenswürdigkeit. Dicke Nebelwolken zwischen den Ruinen und vereinzelte Sonnenstrahlen verleihen der auf einem Felsplateau errichteten Inkastadt einen mystischen Zauber, dem man sich schwer entziehen kann. Nach einigen Stunden verzieht sich sogar der Nebel und gibt den ganzen Blick auf die gewaltige Ruinenstadt frei. Kurz bevor um 11.00 Uhr die Touristenströme mit dem Morgenzug aus Cuzco bei den Ruinen ankommen und die mystische Stimmung sich auflösen wird, lassen wir die Inkastadt hinter uns und machen uns auf den Weg zurück nach Aguas Calientes.

 

 

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